kurze Durchsage: deutsche Rechtschreibung

Das Leitmedium deutscher Lehrer macht diese Woche mit der „Rechtschreip-Katerstrofe“ auf. Wie erschreckend (falsch) die Aussagen im Spiegel sind, lässt sich nach der Lektüre Juliana Goschlers Textes „‚Rechtschreibkatastrophe‘ · Die Journalismus-Katastrophe“ auf CARTA.info beurteilen. Meiner Meinung nach entwickelte sich die schulische Erziehung unserer jungen Mitmenschen in den letzten Jahren positiv, was aber vor allem auch an den jungen Lehrkräften und deren Ausbildung lag – kontraproduktiv war da eher das Freizeit-Entziehungsprogramm G8. Nicht ohne Grund wird es in vielen Bundesländern wieder rereformiert.

Unsere Nachkommen zu kreativen Mitdenkern zu machen, ist auch meiner Meinung nach viel entscheidender, als ihnen die aktuellste Rechtschreibreform einzuprügeln. Daher lege ich meinen Lesern Juliana Goschlers Replik ans Herz, vor allem denen, die womöglich auch den Spiegel lesen.

Wirklich Entsetzliches in Sachen Rechtschreibung fand in letzter Zeit* übrigens nicht in deutschen Grundschul-Klassenzimmern statt, sondern in der Duden-Redaktion: „Willi’s Würstchenbude“ ist nicht mehr falsch – das „Deppenapostroph“ (Felix von Leitner) hält damit ganz legal Einzug in die deutsche Rechtschreibung. Das wäre mal ein Grund für eine Titelgeschichte des Spiegels.

P.S.: Für meine nicht regelkonforme Schreibschrift erhielt ich in der Grundschule noch regelmäßig schlechte Noten – heute werde ich häufig auf meine schöne und klare Handschrift angesprochen.

*Martin weist in seinem Kommentar darauf hin, dass das schon 2006 war.

2 Kommentare

  1. 1

    „in letzter Zeit“ fasst du mit deiner Kritik an der Dudenredaktion aber sehr weit. Bereits 2006 gab es darüber Medienberichte (dradio.de, jetzt.sueddeutsche.de).

  2. 2

    ”Unsere Nachkommen zu kreativen Mitdenkern zu machen, ist auch meiner Meinung nach viel entscheidender, als ihnen die aktuellste Rechtschreibreform einzuprügeln.“ Rechtschreibung und Grammatik sollte man zumindest in der eigenen Muttersprache aber schon fehlerfrei beherrschen. Ab einem gewissen Grad des sprachlichen Versagens möchte niemand mehr eine noch so kreative Abhandlung lesen.

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