Traurig, traurig. GooglePlus-Pages werden kommen.

Im vorletzten Beitrag schrieb ich, dass das Kontaktmanagement von Google+ Schwierigkeiten für Menschen mit vielen Followern haben wird. Ich schrieb auch, dass es ein öffentliches zur Schau stellen aller Kontakte gibt. Die Einführung von GooglePlus-Pages „löst“ das erste genannte Problem für Menschen mit einem gewissen Bekanntheitsgrad.

GooglePlus-Pages für Unternehmen und Selbstständige einzuführen, zeigt vor allem eines: Google scheint sich nicht von Facebook differenzieren zu wollen. Unterschiede zwischen den beiden zu finden, wird immer schwieriger. Schade. GooglePlus hatte doch wohl den Anspruch, besser zu sein.

Google sollte Facebook nicht nachahmen im Akquirieren von Investoren und großen Unternehmen. Google hätte die Chance nutzen können, wenigstens zu Anfang einen Dienst zur Verfügung zu stellen, der dem Nutzer dient. Nun werden wir auch zur Ware von Google. Wo bleibt denn der Mehrwert für den Nutzer, wenn die beiden Dienste sich nicht unterscheiden. Statt als erstes die anderen Dienste von Google noch besser zu integrieren, kümmert man sich darum, Unternehmen und somit Geld mit ins Boot zu holen.

Ein Social Network sollte wenigstens im Ursprung social sein, bevor es commercial wird.

Nach einer halben Stunde mit Google+ …

… muss ich sagen, das Gute von Facebook wurde übernommen. Und auch Schönes von Twitter fand seinen Weg hinein in GooglePlus. Alles geht einfach und schnell.

Das Teilen von Inhalt mit verschiedenen Gruppen ist so einfach wie mit Freundes-Listen auf Facebook. Nur, dass die Kreise schöner und intuitiver sind.

Das Folgen ist wie bei Twitter. Und mehr gibt’s dazu auch nicht zu sagen.

Ich sehe ein kleines Problem beim öffentlichen Präsentieren der eigenen Kontakte. Hier kann ich zwischen der Öffentlichkeit und meinen Kontakten entscheiden. Die Wahl heißt also „Die Welt sieht meine Kontakte“ oder „Meine Kontakte sehen die anderen Kontakte“.

Des Weiteren kann ich bestimmen, welche Kreise ich zeigen möchte. Theoretisch könnte ich also sagen: Alle meine Kontakte dürfen den Kreis „Kollegen“ sehen. „Die Welt“ sieht also keinen meiner Kontakte. Alle meine Kontakte sehen, wer meine „Kollegen“ sind.

Damit sind die Optionen aber schon erschöpft. Nicht mehr möglich sind Optionen wie: Meine „besten Freunde“ dürfen „alle Freunde“ sehen – oder „Kollegen“ dürfen „Kollegen“ sehen, aber nicht meine „Familie“. Und schon gar nicht kann man diese Optionen verknüpfen.

Es fehlt einfach die Unterscheidung, sagen zu können, diesen Leuten zeige ich jene Gruppe und jene Gruppe darf sehen, dass ich mit folgenden Personen in Kontakt stehe. Diese Möglichkeit, zu differenzieren, gibt es im Moment nicht. Aber GooglePlus braucht beides. Öffentliche Kontakte à la Twitter und private „Facebook“-Kontakte.

Für mich ist das jetzt im Moment noch kein Problem, wenn der Dienst aber wächst und die ersten Nutzer vier- oder fünfstellige Kontaktzahlen verbuchen können, werden sich diese Nutzer ein solches Feature wünschen. Sonst bliebe nur noch die Entscheidung zwischen der öffentlichen oder der privaten Nutzung von GooglePlus. GooglePlus kann und MUSS aber beides. Nur dann generiert GooglePlus Mehrwert gegenüber Facebook und Twitter.

Nur mit dieser Trennung kann GooglePlus Facebook in Sachen öffentliche Pages und private Accounts ausstechen.  Es wäre eine zentrale Anlaufstelle für alle.

Schlussendlich könnte man auch noch die Kontakte verstecken, aber das passt doch nicht zu einem sozialen Netzwerk.