kurze Durchsage: Deutschlands Medien-Ökonomen

Jens Berger schreibt auf den Nachdenkseiten: FAZ-Ökonomenranking – ein Armutszeugnis für die Massenmedien

Er nimmt in seinem Beitrag Bezug auf eine Auswertung von Media Tenor (Wikipedia-Eintrag unbedingt lesen). Erfasst wurde, welche Ökonomen wie oft in den sogenannten Massenmedien zitiert werden.

Jens Berger kritisiert zurecht, wie wenig dabei transparent gemacht wird, für wen die „Experten“ arbeiten – meist verdienen sie ihr Geld bei Banken oder anderen Arbeitgebern, die Medien ganz bewusst beeinflussen und für ihre Zwecke nutzen wollen. Er beanstandet außerdem, dass diese Zitatgeber fast ausschließlich neoliberale Ansichten vertreten. Die Medien kommen mit ihrer Expertenwahl nicht ihrer Verpflichtung nach, neutral und möglichst objektiv zu berichten.

Bei mir rennt Jens Berger damit offene Türen ein: Ich wäre sofort dafür, Börsennachrichten in ihrer jetzigen Form abzuschaffen. Welchen Mehrwert bieten Finanznachrichten für einen durchschnittlich bis unterdurchschnittlich verdienenden tagesschau-Zuschauer? Keinen. Schon gar nicht, da es sich bei den Nachrichten wohl kaum um relevante Neuigkeiten handelt. Denn diese wurden Tage zuvor von Insidern genutzt – ausgestrahlt werden Nachrichten von gestern.


Womöglich können die oben genannten „Experten“ aber auch gar nichts für ihre Scheuklappen, ihre Blindheit für wirtschaftspolitische Theorien abseits neoliberaler Konzepte: „Report: Gap Wider Than Ever Between Ultra-Rich And Reality“